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Okt 29 2013

Gedichte

Gedichte

Unkraut

Manche Zeiten sind sehr schwer zu begreifen,

Dinge geschehen, die niemand für möglich hält.

Jahre, in denen die bösen Samen reifen,

sind schon angebrochen in dieser Welt.

 

Egal, wohin man sie auch aussät,

sie reifen auf dunklem wie hellem Grund.

Ob auch ein stürmischer Wind weht,

sie graben sich ein und öffnen den Schlund,

 

aus dem die starken Wurzeln schnell ragen.

Sie bilden die langen Stiele aus,

die schon bald die schwarzen Blüten tragen,

und niemand hält sie erfolgreich auf.

 

In befruchteten Blüten, in denen das Erbe steckt,

reift eine neue, schwarze Ära heran,

und wenn der Wind die Erde mit Samen bedeckt,

ahnt noch keiner das Unglück nah‘n.

 

Erst, wenn man die unheimliche Übermacht sieht,

wenn das Auge vom schwarzen Schein ganz matt,

erst, wenn die sonst so sich‘re Gewissheit entflieht,

weiß man, dass das Unkraut die Ernte vernichtet hat.

 

Bianca Wörter
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