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Feb 03 2014

Muttidoof

Schwangerschafts-Tagebuch: 7. Monat

16.03.2010

Also, ich wollte doch einfach nur einen Kinderwagen!

Doch schön der Reihe nach:

Morgens sind wir in dieses schwedische Möbelhaus gefahren. Dort wurde ich in der eh schon engen Toilette an die Wand gedrückt, weil eine Mutter ihren Kinderwagen mit rein genommen hatte. Ich musste hinter der Wand zum Eingangsbereich in Deckung gehen, weil sie sonst nicht mehr raus gekommen wäre. Kaum zu fassen, aber in dieser Enge musste sich nun noch eine Frau von draußen am Kinderwagen vorbei schieben und ich werde zwischen Wand und Tür eingeklemmt: „ STOPP!! Ich steh hinter der Tür und kann den Bauch nicht einziehen, weil da was drin ist!!“ Hinter der Drängelfrau steht NOCH eine Frau mit ihrer 4-jährigen Tochter, die sich AUCH NOCH an dem Kinderwagen vorbei drängen möchte!! Endlich kapieren sie, dass man durch die Tür nicht mit Kinderwagen und noch ein paar Menschen gehen kann und ich flüchte in die nächste Toilettenkabine bevor noch mehr passiert!!

Wir erstehen eine Wickelkommode mit Aufsatz, die passenden Handtuchbezügen dazu und noch ein paar Kleinigkeiten (irgendwie kaufen dort immer alle Teelichter – ich auch).

Danach sind wir in den Laden in die City gefahren, wo wir Wiege und Kinderwagen reserviert haben.

Ich fasse es nicht, warum Verkäufer immer mit Kunden verhandeln müssen und angeblich selbst keine Fehler machen oder Fehler dem Kunden in die Schuhe schieben. Sie fand uns nicht gleich auf der Liste. Das Rätsel war schnell gelöst. Sie hatte unseren Namen mit „Wörner“ aufgeschrieben und behauptete, wir hätten das so angegeben. Aber ich war ja dabei und mein Mann lässt immer den Spruch los: „Wörter wie Wörterbuch, oder wie Wort nur im Plural.“ Was für einen Sinn würde da „Wörnerbuch“ machen?!?

Egal. Wir lassen uns den Kinderwagen vorführen und mir fällt auf, dass ein Teil fehlt: Das Unterteil zur Abdeckung der Softtasche, mit der man zu dem Buggy einen passenden Fußsack hat. Nachdem die Verkäuferin erfolglos gesucht hatte, meinte sie, dass das Teil dann wohl nicht dazu gehören würde.

Ich: Es ist ein Reißverschluss vorhanden und in der Bedienungsanleitung ist aufgeführt, wie man die beiden Teile zusammenfügt – also muss es zur Ausstattung gehören!

Verkäuferin: Der Kinderwagen ist reduziert, vielleicht deswegen.

(Die Reduzierung beträgt 40 Euro – soviel kostet ein neuer Fußsack locker – da hätte ich nichts gespart)

Ich: Der Kinderwagen ist nicht als Fehlerware ausgezeichnet. Das kann nicht der Grund für die Reduzierung sein. Dann schauen wir uns eben nochmal um. Ich habe genaue Vorstellungen: Gummiräder, 3 oder 4 Räder ist egal, eine Kombination aus Buggy und Softtasche, Preis höchstens 250 Euro.

Verkäuferin: Gummiräder haben dann aber 4 Räder, die gibt es nicht mit 3!

Ich: Ich sagte gerade, dass es mir egal ist ob 3 oder 4 Räder, Hauptsache Gummi.

Verkäuferin: Warum denn Gummi? Die meisten Hersteller steigen auf Plastik um.

Ich: Erfahrung. Ich möchte einfach Gummiräder.

Verkäuferin: Aber die können platzen und dann muss man den Wagen tragen. Oder wenn man den Wagen im Auto hat und die Sonne drauf scheint, dann können die auch platzen.

(Jo, ICH platze gleich, wenn das so weiter geht!!)

Ich: Ich möchte sie trotzdem.

Verkäuferin: Die gibt es dann aber nicht mit 3 sondern nur 4 Rädern.

(Sorry, aber so viel Dummheit auf einen Haufen habe ich schon lange nicht mehr erlebt!)

Die Verkäuferin holt ihre Kollegin und nun versuchen BEIDE mir die Gummiräder auszureden! WEIL ES DIE NICHT MIT 3 SONDERN NUR MIT 4 RÄDERN GIBT!!

Ich hatte es an diesem Punkt aufgegeben, nur die Wiege gekauft und beschlossen dort NIE WIEDER einen Fuß reinzusetzen.

Nach einer Odyssee in einem anderen Geschäft, bei dem die Verkäuferin topp aktiv war und uns in einer Stunde 6 Modelle ausführlich vorführte, aber auf unsere Preisvorstellung nicht einging und der billigste bei 650 Euro lag, landen wir in einer anderen City in einem Babyfachmarkt.

Auf der Fahrt dorthin murmle ich immer wieder: „Ich wollte doch nur einen Kinderwagen mit dem ich das Baby spazieren fahren kann…“ Mein Mann wirft mir schmunzelnde Blicke zu – ihn scheint das zu amüsieren. Na toll! Aber es IST auch der Wahnsinn, was es alles für Modelle und Angebote gibt! Da ist es einfacher ein Auto zu kaufen. Und das hat auch Gummiräder 😉

Mein Grund, warum keine Plastikräder: Die sehen sehr schnell abgenutzt aus, sind laut, nicht offroad-fähig, gehen schnell kaputt und dies fällt dann nicht in die Garantie – man muss also neue kaufen. Fahrräder und Autos haben auch Gummiräder – da käme keiner auf die Idee sie mit Plastikreifen auszurüsten…

In dem Babyfachmarkt sehe ich ein Modell, das all meinen Ansprüchen genügt, auch der Preis stimmt und ich bin es leid mich weiter umzusehen. Wir machen auf uns aufmerksam, weil wir noch nicht herausgefunden haben, wie sich der Wagen zusammenklappen lässt. Die erste Verkäuferin ist sehr lieb aber neu und findet es auch nicht heraus. Sie ruft sofort ihre Kollegin (DAS ist mal ein Superservice!) und nun versuchen es beide erfolglos. Die beiden rufen sofort eine dritte Kollegin (so langsam kann ich mir das Schmunzeln nicht mehr verkneifen), die das Modell kennt und es uns sofort zeigen kann.

Im Auto, wir fahren gerade vom Parkplatz, fällt mir auf, dass wir weder Kassenzettel noch Garantieschein erhalten haben. Seufz. Also wieder zurück. Die erste Verkäuferin sucht und sucht… und findet die begehrten Scheine zerknüllt im Papierkorb (jo, die war wirklich neu…).

Ganz ehrlich – wenn mir das jemand erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt oder auf eine gesteigerte Fantasie geschoben (oder die Hormone * lach *). Aber mein Mann war dabei – ich habe einen Zeugen! Es hat sich ganz genau so abgespielt. Und so nervig der Tag auch war, irgendwie hat es auch Spaß gemacht.

Dennoch denke ich, wenn ich das Erlebte hier in meinem Eintrag nochmal durchlese: „Ich wollte doch einfach nur einen Kinderwagen kaufen!“


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