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Mrz 08 2014

Muttidoof

Schwangerschafts-Tagebuch: 8. Monat

22.04.2010

So langsam bekomme ich es an die Nerven! Heute morgen bin ich aufgewacht, war auf der Toilette, habe mich an meinen Mann gekuschelt, dessen Wecker rappelte, er stand auf, ich dreh mich um und siedend heiß fällt mir ein, dass ich die ganze Nacht durchgeschlafen habe und das Baby noch nicht gespürt hatte. Ich streichle mir über den Bauch. Nix. Ich drücke auf dem Bauch herum. Nix. Ich drücke stärker, spüre den Körper, der lässt sich ohne den geringsten Widerstand wegdrücken. Ich setze mich hin, ruckle stärker am Baby. Immer noch nix! Es fühlt sich an, als ob ein lebloser Körper in mir herumschwimmen würde. Ab da bekam ich Panik, bin ins Bad gesprungen, wo sich mein Mann gerade rasierte und heule los, dass sich das Baby nicht mehr bewegt. Mein Mann beruhigt mich. Ich  geh runter, trink einen Schluck Cola, hoffe, dass das Baby nur ganz tief schläft und durch den Zucker und das Koffein wach wird. Immer noch nichts! Ich drehe fast durch, gehe wieder ins Bett, stupfe das Baby und endlich, endlich spüre ich einen Stupf. Und noch einen. Oh man, hatte ich eine Angst!!

Jetzt bewegt sich das Baby wieder normal, also beult und rummst wie wild. Heute macht es mir gar nichts aus. Die Schrecken in der Morgenstunde haben zu tiefen Eindruck in mir hinterlassen. Man, hatte ich Angst, dass das Baby tot sein könnte! Jetzt, im Tageslicht und rational betrachtet, denke ich, klar, warum soll das Baby nicht auch einmal tief und fest schlafen? Eigentlich sollte es in den nächsten Wochen ruhiger werden, weil es an Gewicht zunimmt und Kraft für die Geburt sammelt. Aber im Moment ich bin so froh, dass es sich wieder normal bewegt und lebendig ist.

Es ist der Wahnsinn, dass einem in solchen Angst- und Panikmomenten all die Horrorstorys einfallen, die man mal gehört hat. Die Gehirnforscher haben Recht. Ich lese gerade ein Buch, in dem aufgeführt ist, dass der Mensch die positiven Situationen nicht so intensiv abspeichert wie die negativen. Bei den positiven wird das Gefühl gespeichert, bei den negativen das Gefühl samt zugehöriger Situation. Daher wird dem Negativen mehr Speicherplatz eingeräumt. Aber ich will nicht immer gleich Angst haben!!

So – jetzt versuche ich zu vergessen was heute morgen war, denn nun ist wieder alles gut. Baby tobt in mir herum, die Sonne scheint, da werde ich mich heute Mittag wieder auf die Terrasse setzen. Jetzt mache ich mich an die Arbeit und bügle die ganzen Babysachen.


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